Teil I: Vorbereitung
Wir vier, also Corny, Puffke, Jan und ich (schirmili), hatten dieses Jahr die Ehrenvolle Aufgabe, die Kueche fuer das Weihnachtswochenende zu schmeissen. Eigentlich hatten wir noch einen fuenften Koch im Team, und viele kleine Helferlein, aber dazu spaeter mehr.
Von den Anforderungen her heisst das konkret, ein Weihnachtliches Menu ueber ein gesamtes Wochenende fuer ungefaehr 40 Menschen zu planen und zuzubereiten. Eine ganze Menge hungrige Maeulchen – Wie macht man denn sowas?
Wir bekamen zunaechst von Nico und Simeon einen Ablauf-Plan :
Freitagabend: Warm
Samstagmorgen: Kalt
Samstagmittag: Kalt
Samstagabend: Warm
Bunter abend: Tschai + Bratäpfel+ Kekse
Sonntagmorgen: Kalt
Sonntagmittag: Lunchpakete
Okay, das war natuerlich noch ein bisschen vage, und so begannen Jan und ich, unsere Gehirne anzuwerfen. Daraus ergab sich eine lange Liste von Ideen, viel zu viele Sachen, um sie alle an einem Wochenende zu kochen und vor allem zu essen. Wir b(e)rieten also im Kuechenteam kurz den ersten Entwurf, und Jan und ich machten uns an die naehere Auswahl. Dann kam das beste, das Probekochen.
In einer Kamikazeaktion suchte ich an einem Freitag nach der Arbeit die Rezepte der engeren Auswahl zusammen, und wir kauften erst mal alles moegliche ein, natuerlich gerade noch kurz vor Ladenschluss.
Dann testete Jan ein orientalisches Lauch-Rezept und Auberginen-Rezept aus Thorstens geheimem Arsenal. Ausserdem testeten wir die Brataepfel.
Der Lauch und die Auberginen waren grossartig, aber leider aufwaendig in der Vorbereitung, und geschmacklich wahrscheinlich eher was fuer die Aelteren. Da wird sich noch eine Gelegenheit finden, wir waren sofort suechtig, vor allem nach dem geschmorten Lauch.
Waehrenddessen hatte ich die Brataepfel vorbereitet und in den Ofen geschoben, und auch etwas Vanillesosse gemacht. Zum Bratapfelessen mussten wir dann meinen Mitbewohner einladen, da wir schon so viel probiert hatten, und den dritten Apfel niemals geschafft haetten.
Am folgenden Tag machten wir uns noch mal den genialen geschmorten Lauch, und probierten abends die Pilzpfanne aus. Hier mussten wir uns einen weiteren Jan einladen, weil Jan und ich allein das Essen nicht geschafft haetten, und mein Mitbewohner nicht da war. Als wir den anderen Jan anriefen, und sagten, das Essen sei fertig, war er sehr verwundert ob dieser spontanen Einladung, kam aber vorbei und fand das Essen wohl auch lecker.
Die Kartoffelsuppe “tolle Knolle”, die es am Freitag geben sollte, hatten wir schon viele male gekocht, sie war der Trick, mit dem ich Jan ueberzeugte, dass Kartoffeln lecker sein koennen. Das Rezept fuer die Suppe habe ich in der Grundschule gelernt, und wir mussten auch in einem Aufsatz beschreiben, wie man diese Suppe kocht.
Bis zum Montag hatte sich folgender Menuplan herauskristallisiert:
Freitagabend: Warm
Kartoffelsuppe (noch was tolleres? Leute haben viell. schon warm gegessen?)
Schoener Nachtisch (Obstsalat?)
Tee: Rot, Advent, ApfelSamstagmorgen: kalt
Muesli, Brot, Butter, Margarine, Nutella, Marmelade, Honig, Wurst: Salami und Fleischwurst, Kaese: Gouda, Streich und Huetten-
Tree Schwarz, Apfel, Kakao
1 Mandarine/Banane pro PersonSamstagmittag: kalt
Brot und Aufstrich, irgendwelche tollen Salate
Obstsalat oder Quark?
Obst + Gemuese nach Saison
Tee Schwarz, Apfel, RotSamstagabend: Warm
Pilzpfanne (wie Weihnachtsmarkt) mit Reis
kein Nachtisch wg Buntem AbendBunter abend: “Tschai + Bratäpfel+ Kekse”
Brat-Aepfel und Vanillesauce
Plaetzchen? Muerbeplaetzchen, Kipferl, Lebkuchen -> Gilde oder Kaufen
Brot backen mit Ei/Oliven/Tomaten/Kaese usw drin? Walnussbrot?
Knoblauch-Dipp? -> Gilde oder sein lassen
Adventspunsch – Tschai (weniger klebriger Tschai, mehr Weihnachstgewuerze)
Sonntagmorgen: Kalt
Sonntags-fruehstueck: Broetchen, Eier, O-Saft, das ueblicheSonntagmittag: Lunchpakete
Reste
je 2 Stullen Wurst/Kaese
Gekochtes Ei wenn uebrig (paar mehr machen)
Paar Plaetzchen
Obst/Gemuese
Tee
Zusaetzlich zum Menuplan hatten wir noch ein Rezeptheft vorbereitet.
Daraus errechnete ich dann die Mengen, die wir einkaufen mussten.
Teil II: Am Wochenende
Jan und ich fuhren nachmittags mit dem Zug von Bielefeld nach Paderborn, wo wir Corny und die anderen Pfadis trafen. Wenig spaeter kam Puffke mit dem Auto von Simeons Eltern vorbei, mit dem wir zum Einkaufen fahren wollten. Das Auto war bereits so voller Material, dass wir uns fragten, wo denn die Einkaeufe noch hin sollten, aber Puffke war ruhig und unbesorgt, und er sollte recht behalten. Corny fuhr aber sicherheitshalber mit dem Zug mit, so dass wir einen Autoplatz mehr fuer das Essen hatten.
Wir fuhren dann zum Suedring und kauften ueber drei gehaeufte Einkaufswagen Essen, die Puffke wie ein Zauberer im Auto verstaute! Ich bin noch heute begeistert, dass alles reingepasst hat, neben dem Waeschekorb, den Fackeln, den Gitarren und Schlittschuhen und unseren Rucksaecken.
Jan und ich hatten im Zug noch die Einkaufsliste nach Regalen geordnet, so dass der gesamte Einkauf in 2 Stunden ueber die Buehne war, und wir schon wenig spaeter im Naturfreundehaus in Veldrom/Schnat ankamen.
Als erstes bestaunten wir die Kueche. Eine richtige Grosskueche, etwas aelter schon, aber mit viel Platz und ausreichend Pfannen und Toepfen! Toll! Sogar mit Vorratskammer.
Wenig spaeter war das Auto leer und die Vorratskammer voll.
Puffke machte erst einmal Tee. Das gesamte Wochenende sorgte Puffke fuer einen stetigen Fluss an warmem, leckerem Tee, und trug entscheidend zur Gemuetlichkeit bei. Total super, vor allem der Blutorangen-Tee.
Dann begannen wir mit der Schnipselarbeit, denn heute sollte es die Kartoffelsuppe geben. Puffke las dabei laut den Menuplan vor, da stand aber noch viel mehr drauf als wir eigentlich ausgewaehlt hatten. Wir amuesierten uns jedenfalls koestlich, waehrend wir mit vielen fleissigen Helfern Kartoffeln, Moehren und Lauch schnipselten.
Kartoffelsuppe mit Wurst
Zutaten für 40 Portionen
300 g Fett
7500 g Lauch
20 große Karotte(n), groß
7500 g Kartoffeln, mehlig
15 Liter Brühe
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
Majoran oder Petersilie
2000 g Frischkaese
40 Paar Würste (Wiener oder andere Würstchen nach Belieben)Zubereitung
Karotten und Lauch waschen und klein schneiden. Kartoffeln schälen und ebenfalls würfeln. Karotten und Lauch in heißem Fett andünsten. Kartoffelwürfel zugeben, mitdünsten. Mit Salz, Pfeffer und Majoran/Petersilie würzen und mit der Brühe aufgießen. Garzeit ca. 30 bis 45 min. Gemuese in der Suppe puerieren und Frischkaese zugeben, erhitzen. Zum Schluss nochmals gut abschmecken.
Würstchen in Wasser heiß werden lassen, aber nicht kochen, sonst platzen sie.
Beim Kochen der Suppe stellte sich heraus, dass wir irgendwie vollkommen vergessen hatten, Bruehe zu kaufen, wir konnten aber zum Glueck vom Vermieter des Naturfreundehauses Bruehe ausleihen.
Corny entpuppte sich schon bei diesem ersten einfachen Gericht als die Koenigin des Wuerzens. Mir fiel hingegen dauernd dauernd die Muskatnuss beim Reiben in die Suppe.
Neben der Suppe bereiteten wir auch noch den Nachtisch vor, einen winterlichen Obstsalat:
Winterlicher Obstsalat
Zutaten für 40 Portionen
20 Apfelsine(n)
20 Äpfel
20 Banane(n)
350 g Mandeln, gehackt
300 g Schokoladenraspel
300 ml Orangensaft
1 grosses Flaeschchen Rum-Aroma
6 Becher SchlagsahneZubereitung
Apfelsinen schälen, in Spalten teilen und diese klein würfeln. Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und ebenfalls würfeln. Bananen schälen, eventuell halbieren und in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden. Alles mit den Mandeln und der Schokolade vermischen und den Orangensaft und das Rumaroma dazugeben. Mehrere Stunden abgedeckt kühl stellen, am besten über Nacht.
Beim Servieren kann zusätzlich Schlagsahne gereicht werden.
Dann gab es erst einmal die Suppe und die Wuerstchen, und spaeter dann den Nachtisch in der Pause des Films, den wir abends sahen. Als der Film nach dem Nachtisch weiterlief, hoerte man ein Kratzen und Schmatzen aus den hinteren Reihen und am Ende des Films waren alle Reste des Obstsalats auf seltsame Weise verschwunden.
Der naechste Morgen begann mit einem Fruehstueck mit Muesli, Brot, Aufschnitt und Aufstrich und Obst, und schoenem warmen Tee. Nach dem Fruehsueck wurde die Kueche aufgeraeumt und wir gingen kurz einkaufen, um die freundliche Leihgabe, die Bruehe, zurueckzugeben.
Mittags sollte es kaltes Essen geben, wir bereiteten also nach unserer Rueckkehr einen grossen bunten Salat vor.
Zwischendurch machten wir noch Zwiebelbrot fuer den bunten Abend, wofuer eine tapfere Person viele Zwiebeln schnitt! Zum Nachtisch machten wir Pfirsichquark. Die Rezepte fuer dieses leckere Mittagessen und das Zwiebelbrot stammen von Jan.
Am Abend, nachdem die anderen hungrig vom Gelaendespiel zurueckkamen, sollte es eine Pilzpfanne geben, inspiriert vom Weihnachtsmarkt:
Pilzpfanne
Zutaten für 30 Portionen
375 g Margarine, oder Butter
23 Zwiebel(n)
2000 g Hackfleisch, vom Rind
Salz und Pfeffer
3500 g Pilze, küchenfertig
eine ganze Menge Petersilie
ReisZubereitung
In dem erhitzten Fett die fein geschnittenen Zwiebeln andünsten, das zerpflückte Hackfleisch und die klein geschnittenen Pilze zugeben und etwas würzen. Ca. 20 Min. schmoren lassen und mit den gehackten Kräutern bestreuen.
Dazu Reis.
Und fuer die Vegetarier machten wir eine Version mit Kaese:
Pilzpfanne mit Käse / Schwümm mit Chäs (Schweiz)
Zutaten für 10 Portionen
2000 g Pilze
100 g Butter
2,5 Zwiebeln
100 ml Sahne
2,5 EL Mehl
Salz und Pfeffer
180 g Käse (Emmentaler), gerieben
eine nicht ganz so grosse Menge Petersilie, fein gehackt
ReisZubereitung
Die Pilze putzen und halbieren. Butter erhitzen, die feingeschnittene Zwiebel beigeben und goldgelb rösten. Die Pilze unterrühren und dünsten, wobei sich die Garzeit nach der Größe der Pilze richtet.
Zum Schluss Sahne mit Mehl verrühren und den entstandenen Saft damit binden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Den geriebenen Emmentaler vorsichtig unterziehen, mit gehackter Petersilie bestreuen.
Sofort mit Reis servieren.
Bei der Pilzpfanne ist vor allem Klaus lobend zu erwaehnen, der die ganze Zeit unser stiller fuenfter Helfer in der Kueche war, und fuer die Pilzpfanne unermuedlich Zwiebeln schnitt, insgesamt ungefaehr 30 Stueck. Grandios!
Mit den Vorbereitungen fuer die Pilzpfanne waren wir so gut dabei, dass wir beinahe einen Fruehstart hingelegt haetten. Es war ein richtiges Kuechenfieber ausgebrochen, und wir brieten schliesslich in zwei Pfannen und einem riesiegen Braeter parallel. Man soll den leckeren Geruch bis in den Wald zum Gelaendespiel hinauf gerochen haben, kein Wunder bei 30 Zwiebeln. Auch bei diesem Gericht war Corny wieder die Meisterin des Wuerzens. Insgesamt hackten wir uebrigens auch 2 riesige Straeusse Petersilie.
Die Pilzpfanne gab es dann zusammen mit dem uebrigen Salat vom Mittag.
Da wir schlau waren, hatten wir in der Kueche die Sachen fuer den bunten Abend schon vorbereitet, so dass wir abends mit zum Steinbruch zu den Aufnahmen gehen konnten. Das hat sich auch sehr gelohnt, die Aufnahmen waren wirklich sehr schoen. Nach dem Abschluss joggten Puffke, Jan und ich zurueck, um die Brataepfel in den Ofen zu schieben, bei deren Vorbereitung besonders michi grossen Spass hatte:
Geküsster Bratapfel
Zutaten für 40 Portionen
40 große Aepfel
1,5 kg Quark (Magerquark)
50 g Zimt
250 g Honig
200 g Nüsse, gehackte oder Krokant
2 Packungen Chateau Nuss (Ferrero Küsschen von Aldi)
n. B. Honig
n. B. ButterZubereitung
Das Kerngehäuse aus den Aepfeln stechen und diese etwas aushöhlen. Den Quark mit dem Zimt, dem Honig und den Nüssen verrühren. Dann die Füllung in den Apfel geben. Ein Ferrero Küsschen oben reinstopfen. Mit Honig beträufeln und/oder mit Butter einstreichen (hatten wir vergessen, machte aber nichts).
Im vorgeheizten Backofen bei 200°C etwa 15 Minuten braten. Heiß servieren.
Dazu Vanillesosse aus 5 Litern Milch, Puddingpulver fuer 2,5 Liter, einem Becher Sahne und 2 Vanillestangen.
Waerend die Aepfel im Ofen brieten, empfingen wir die inzwischen Heimgekommenen mit heissem Tee (an Puffkes genialer Erfindung, der “Teestation”) und verteilten das Zwiebelbrot. Mit einer Hand ruehrten wir auch noch im Weihnachts-Tschai-Topf.
Dieser Tschai bestand aus den geheimen Tschaizutaten, dem Sternenhimmel aus gehackten Mandeln im Tschai, und fuer die Weihnachtliche Note dazu etwas Kardamom und Zimt, und Orangenscheiben, die leider waehrend des Hochtragens ein bisschen bitter wurden und die Gewuerze einsaugten, das war in der Kueche noch leckerer, haetten wir mal vorher ausprobieren sollen.
Dann gab es die Brataepfel mit der Vanillesosse mit echter Vanille, und die kamen gut an und die Anzahl ging ueberraschenderweise auf den Apfel genau auf. Ausserdem hatten wir ein paar Keksteller vorbereitet.
Insgesamt hatten wir einen schoenen bunten Abend mit toller Stimmung, und sehr gemuetlich.
Am naechsten Morgen habe ich (schirmchen) erst einmal verschlafen. In der Zwischenzeit hatten die anderen Smutjes in der Kombuese ein traumhaftes Sonntagsfruehstueck mit Eiern, Broetchen, Kakao und Orangensaft vorbereitet. Als ich verschlafen in der Kueche eintraf, konnte ich direkt zum Esstisch weitergehen. Ein prima Kuechenteam!
“Leider” fanden alle das Fruehstueck so lecker und waren so satt, dass kaum einer glaubte, jemals wieder hungrig werden zu koennen, und die Lunchpakete nur unter grossem Zoegern gepackt wurden. Hihi.
Nach dem abschliessenden Grossreinemachen in der Kueche und dem Abschlusskreis brachten wir noch die ueberiggebliebenen Lebensmittel unter das Volk. Einige Studenten sollen sich ja von den geschenkten Resten noch wochenlang ernaehrt haben.
In der Abschlussrunde gab es viele zufriedene Gesichter, und auch wir vom Kuechenteam sind uns einig: Das Wochenende war prima, das Haus war auch toll, auch wenn wir hauptsaechlich die Kueche gesehen haben, und wir wuerden auch gerne noch einmal fuer euer leibliches Wohl sorgen. Es hat uns grossen Spass gemacht, und war vor allem eines: Sehr lecker!
Jan und ich starteten vom Naturfreundehaus noch zu einer wunderschoenen Wanderung durch die winterliche Egge. Ueber den preussischen und den lippischen Velmerstot, mit Pause an der Silbermuehle, wanderten wir bis zu den Externsteinen. Dort war das ganze Tal verzaubert von einem Floetenspieler, der in einer Hoehlung in den Steinen sass, so dass sein Spiel ueber die ganze Freiflaeche vor den Steinen klang. Das war wirklich eine schoene Stimmung ueber dem halb zugefrorenen See. Nach einer kurzen Pause mit dem letzten Schluck heissen Tees gingen wir nach Horn-Bad Meinberg, wo wir auch direkt einen Zug nach Bielefeld erreichten. Insgesamt ein richtig tolles Wochenende!





















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