Tag Archive for 'punk'

Chaostage – Der Film – Premiere

Im Jahr 1996 war ich 15, und Moses Arnd, Papa des Zap-Fanzines, schrieb den Roman Chaostage.
Ich war sofort begeistert von diesem Trash-Roman mit reichlich kleinen Details zur erlebten Geschichte von Punks und verwandten Subkulturen in wunderbar ekeliger Sprache und mit Sex, Drugs und Rock’n'Roll.
Dann rotteten sich im Jahr 2007 alle moeglichen alten Punk-Saecke und -Saeckinnen um Tarek, den Regisseur zusammen und es entstand ein Film zum Buch, bei dessen Dreh ich viel Spass beim schmeissen von Papp-Pflastersteinen und kaputtmachen von Autos hatte.
Am Tag der Deutschen Einheit 2008 war die Premiere des Bastards aus Doku und Romanverfilmung, und zwar – in Hannover. Zunaechst sollte ein Konzert mit Toxoplasma und anderen sein, wo wir zu unserem Glueck nicht hinfanden und daher nicht eingekesselt und festgenommen wurden, wie 72 Mitpunkrocker. Wir wollten ja auch nur ins Kino. Durch jahrelange Erfahrung im Punkbusiness :D versuchten wir unser Glueck als Profischnorrer, um Premierenkarten zu ergattern. Im Endeffekt mussten wir das erschnorrte Baendchen nicht vorzeigen und kamen ohne Kontrolle in den Kinosaal, man muss nur entschlossen auftreten.

punkrock maritim

punkrock maritim, Bild von www.haz.de

Der Film war ein bisschen befremdlich durch die Doku- und O-Ton-Schnipsel, die die Romangeschichte in ihrem Fluss unterbrachen. Diese Schnipsel waren zum Teil aber hoechst unterhaltsam im Stil des bekannten Chaostage-Videos “Kampf der Welten”. Und auch die sich aeussernden (Babette Vageena, Ben Becker, Tobias Scheisse, Moses Arnd, Karl Nagel, Ralf Richter, Wally Toxoplasma, Martin Semmelrogge, Wolfgang Wendland, Claude-Oliver Rudolph, Don Chaos, Willi Wucher, …) und die Schauspieler (Pestpocken-Danny, Fichli, Erich Zander, Rolf Zacher, Helge Schneider, ..) waren eine lustige Mischung aus den Assis unter den Stars und den Stars unter den Assis.
Ich wette, in 10 Jahren wird der Film, obwohl er niemals Massenpublikum anziehen wird, ein Kultfilm sein wie “Kampf der Welten”. Die Stimmung im Saal war jedenfalls die Bombe.

Ach ja, die Aftershowparty. Die war nach der Lobhudelei im Maritim-Hotel, und auch hier gelangten wir mit forschem Auftreten ohne Probleme und ohne Karte in den Saal. Ein bisschen wie VoKue unterm Kronleuchter – und ein DJ, der guten alten Punk auflegte. Wir froenten den freien Leckereien und Cocktails, und ich diskutierte die Nachtischvariationen mit Ralf Richter und Gloeckchen. So laesst sich’s leben, und der Indymedia-Artikel, der behauptet, als Streetpunk ohne Karte sei man nicht in die Vorstellung gekommen, luegt. Man kommt sogar zur Aftershowparty. :lol:

Twitter Updates for 2008-04-05

  • Hmmjam: Internet und chaos-punks, dazu Falafel in Neukoelln.
    Nach dem oxo86-Konzert gestern erst mal ausruhen… #

Kasulltis

Ein grossartiges Konzert gabs mit den Casualties und den Briggs letzten Donnerstag im AJZ Bielefeld.
flyer
Die Bands reisen uebrigens mit sehr schicken Trolleys. Und sind nett. Der “Starkult” vor allem um die Casualties sollte einen nicht abschrecken, sie machen tatsaechlich super Musik. Beide Bands sind live noch mal um laengen besser als aus der Dose. Und man kann sich ganz normal mit ihnen unterhalten. Ich glaube sie freuen sich sogar, wenn man nicht-kreischend und nach Autogrammen und Fotos schreiend mit ihnen quatscht. :D
Es hat wirklich grossen Spass gemacht, wie man hier sieht (via facetheshow, da sind noch viel tollere Bilder).
menge
menge2

Reihe 23 – Punkoppa-Zirkus

Totgesagte-Konzert-Flyer
Dieses Ereignis mit zwei bis drei wundervollen Proll-Punk-Bands habe ich natuerlich eher wegen des Spasses als wegen der guten (oehm) Musik aufgesucht – ausserdem weil es in einem Zirkuszelt stattfand.
Ich bin ein bisschen enttaeuscht. Hooligans, Geprolle, Pruegeleien und eine Rauchbombe. :(
Und am Ende ein runtergekommener ur-alter Pedder, der wie eine Parodie seiner selbst wirkte mit seinem lallenden Gesang (da hab ich aber auch nichts anderes erwartet). In der kleinen Bauchtasche hat er bestimmt seine Schore drin.

Aber die Ueberraschung des Abends: Die Tanzenden Kadaver haben mich schwer beeindruckt. Was ganz ganz feines fuer die melancholischen oder morbiden Rocker! Und sie covern Soylent Gruen! Ich habe mir gleich eine CD gekauft.